Von Wurzeln, die fehlen, und Flügeln, die wachsen: Mein Jahr 2025

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Das Motto meines Blogs lautet „Kinder gestalten Zukunft“. Doch was bedeutet das eigentlich, wenn die eigene Vergangenheit keine Sicherheit bot? Wenn keine Erbstücke bleiben, keine Fotos, nur das nackte Chaos?

Dieses Jahr war für mich die intensivste Lektion darin, was es heißt, sich selbst eine Zukunft zu bauen, wenn das Fundament wegbricht.

Der schwere Start: Abschied ohne Halt

Das Jahr begann mit einer Last, die kaum in Worte zu fassen ist. Kurz vor meinem Geburtstag verstarb meine Mutter. Ein Abschied ist immer schwer, aber wenn das Erbe nur aus Chaos besteht und alles Pfändungen zum Opfer fällt, bleibt kein Raum für klassische Trauer. Es blieben keine Erinnerungsstücke, die ich in den Händen halten konnte.

In diesem Moment wurde mir klar: Zukunft ist das Einzige, was wir wirklich besitzen. Wir können die Vergangenheit nicht ordnen, aber wir können entscheiden, was wir aus den Trümmern bauen.

Wenn Jugendträume fliegen lernen

Trotz des Schmerzes entschied ich mich, die Reise nach Singapur anzutreten – ein Jugendtraum. Es war ein weiterer Schritt aus dem Schatten der Vergangenheit. Im Sommer schenkte mir Albanien mit seiner herzlichen Gastfreundschaft neue Energie, bevor im September der Moment kam, den mein jüngeres Ich niemals für möglich gehalten hätte:

Ich stand vor der Freiheitsstatue in New York.

Als Kind aus einer Familie, in der Geld für Reisen nie existierte, fühlte sich dieser Moment fast surreal an. Es war der Beweis: Wir sind nicht das Ergebnis unserer Herkunft. Wir sind das Ergebnis unserer Träume und unserer Arbeit.

Beruflicher Aufwind: Die Stimme finden

Während mein Privatleben von Abschieden geprägt war, begann meine berufliche Vision Früchte zu tragen. Es erfüllt mich mit Stolz, dass meine Expertise heute gefragt ist:

  • Der Lehrauftrag: Wissen an die nächste Generation weiterzugeben.
  • Das Buch: Ein Verlag veröffentlicht meinen Elternratgeber – meine Gedanken werden schwarz auf weiß anderen Mut machen.
  • Die Dozentur: Immer öfter darf ich Menschen Impulse geben, wie sie Kinder auf ihrem Weg begleiten können.

Ein Jahr der Kontraste

Kurz vor Ende des Jahres folgte im November ein weiterer emotionaler Tiefschlag: Mein geliebter Kater ist gegangen. Ein treuer Begleiter, der mich durch all die Höhen und Tiefen getragen hat. Es erinnert mich daran, dass Gestaltungskraft auch bedeutet, Schmerz zuzulassen und trotzdem weiterzugehen.


Was ich für „Kinder gestalten Zukunft“ mitnehme

Dieses Jahr hat mir gezeigt, warum ich diese Arbeit mache. Wenn wir Kindern helfen, ihre Zukunft zu gestalten, dann geben wir ihnen das Werkzeug in die Hand, auch dann aufrecht zu stehen, wenn die Welt um sie herum schwankt.

Meine Lehren aus 2025 für uns alle:

  1. Resilienz ist ein Muskel: Er wächst besonders in den harten Zeiten.
  2. Träume sind Wegweiser: Egal wie weit New York weg scheint, fang an zu gehen.
  3. Hinterlasse Werte, keine Dinge: Am Ende zählt nicht, was gepfändet werden kann, sondern was wir in den Köpfen und Herzen unserer Kinder und Mitmenschen bewegen.

Ich danke euch, dass ihr mich auf dieser Reise – durch die Trümmer und bis nach New York – begleitet habt. Lasst uns 2026 gemeinsam dafür sorgen, dass noch mehr Kinder an ihre eigene Gestaltungskraft glauben können.

Marie

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