Bildung und Sicherheit: Balance für die Zukunft unserer Kinder

Bilder: Angelolucas & PrompterMalaya

Heute möchte ich mit Euch über ein Thema sprechen, das mir zur Zeit nicht aus dem Kopf geht. Es geht um die Frage, wo unsere Gesellschaft ihre Prioritäten setzt und wie sich diese Entscheidungen auf die Zukunft unserer Kinder auswirken. Wir leben in einem Land, das stolz auf seine wirtschaftliche Stärke und Innovationskraft ist. Doch wenn es um die Ausgaben im Bildungs- und Freizeitbereich für Kinder und Jugendliche geht, sieht die Bilanz oft traurig aus. Ganz bestimmt wart Ihr schon einmal in eine Diskussion über die derzeitigen Investitionen in Waffen und Soldaten verwickelt, oder habt sie zumindest verfolgt. Dabei ist mir meist die Meinung begegnet, dass wir Geld für Waffen verschwenden und zu wenig Gelder für unser Bildungssystem übrig haben. Die Prioritäten werden also falsch gesetzt. Aber ist diese Meinung wirklich so einseitig zu betrachten? Ich denke, nein! In diesem Artikel möchte ich versuchen, mit Euch meine Gedanken zu dem Thema zu teilen. Es geht hier nicht darum, dass meine Meinung die richtige ist. Viel mehr möchte ich Euch zu einem Perspektivwechsel einladen und Euch ermutigen, selbst aktiv zu werden.

Bildung und Freizeit: Das Fundament einer gesunden Gesellschaft

Unsere Kinder sind die Gestalter von morgen. Sie sind es, die unsere Gesellschaft weiterentwickeln und voranbringen werden. Daher ist es unerlässlich, dass wir ihnen die besten Startbedingungen bieten. Doch wie sieht die Realität aus? In vielen Schulen fehlt es an moderner Ausstattung, qualifizierten Lehrkräften und ausreichend pädagogischem Personal, so auch im frühpädagogischen Bereich. Auch die Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche werden immer weiter beschnitten. Es fehlen Mittel für Sportvereine, Jugendzentren und kulturelle Angebote, die für eine ganzheitliche Entwicklung so wichtig sind.

Im Gegensatz dazu: Hohe Ausgaben für Waffenproduktion

Im krassen Gegensatz dazu stehen die stetig steigenden Investitionen in die Produktion von Waffen und militärischer Ausrüstung. Die aktuelle sicherheitspolitische Lage, insbesondere der Konflikt in der Ukraine, hat die Bundesregierung dazu veranlasst, erhebliche Mittel in die Waffenlieferung und -produktion zu stecken. Natürlich ist es wichtig, für die Sicherheit unseres Landes zu sorgen und Verbündete zu unterstützen. Doch müssen wir uns fragen, ob diese Prioritäten wirklich richtig gesetzt sind. Kann es sein, dass wir uns auf Kosten der Zukunft unserer Kinder absichern?

Die Zwickmühle der Bundesregierung

Es ist wichtig zu erkennen, dass auch die Bundesregierung in einer schwierigen Lage steckt. Einerseits gibt es den dringenden Bedarf, in die Verteidigung und Sicherheit des Landes zu investieren, insbesondere angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen. Andererseits besteht der Wunsch und die Notwendigkeit, mehr Mittel in Bildung und Freizeitangebote für unsere Kinder zu stecken. Diese Zwickmühle zeigt, dass es keine einfachen Lösungen gibt, sondern dass ein Balanceakt erforderlich ist, um beiden Bedürfnissen gerecht zu werden.

Verteidigung und ihre Bedeutung für die Bildung

Wir dürfen nicht vergessen, wie wichtig eine starke Verteidigung für unser Land ist. Die Fähigkeit, unser Land und unsere Verbündeten zu verteidigen, ist eine Grundvoraussetzung für die Stabilität und Sicherheit, die auch den Bildungsbereich betrifft. Ein Überfall auf NATO-Gebiet hätte verheerende Auswirkungen, die weit über die militärischen Konsequenzen hinausgehen. Schulen könnten zerstört werden, Bildungsprogramme gestoppt, und die gesamte Infrastruktur, die für die Bildung unserer Kinder notwendig ist, könnte schwer beschädigt werden. In solch einem Szenario würde die Bildung unserer Kinder massiv leiden, und die langfristigen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft wären gravierend.

Die Auswirkungen auf unsere Kinder

Die Folgen dieser Prioritätensetzung sind weitreichend. Kinder, die in unterfinanzierten Schulen lernen, haben weniger Chancen, ihr volles Potenzial zu entfalten. Mangelnde Freizeitangebote führen dazu, dass viele Jugendliche sich selbst überlassen bleiben und sich in sozialen Brennpunkten und negativen Umfeldern wiederfinden. Diese Entwicklungen tragen nicht nur zur individuellen Benachteiligung bei, sondern haben auch langfristige negative Auswirkungen auf unsere Gesellschaft als Ganzes.

Eigeninitiative: Wir können etwas verändern!

Doch es gibt Hoffnung. Wir müssen nicht tatenlos zusehen und können die Situation ein Stück weit selbst in die Hände nehmen. Jede und jeder von uns kann einen Beitrag leisten, um die Situation zu verbessern. Hier sind einige Ideen, wie wir gemeinsam aktiv werden können:

  1. Engagement in der Schule: Beteiligt Euch aktiv am Schulleben eurer Kinder. Unterstützt Lehrer und Erzieher, organisiert Veranstaltungen und sammelt Spenden für dringend benötigte Materialien.
  2. Freizeitangebote fördern: Engagiert Euch in Vereinen und Jugendzentren in Eurer Nachbarschaft. Helft mit, Angebote zu schaffen oder zu erlangen, die Kindern und Jugendlichen sinnvolle Freizeitmöglichkeiten bieten.
  3. Politisch aktiv werden: Nutzt Eure Stimme, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Schreibt Briefe an Politiker, beteiligt Euch an Diskussionen und setzt Euch für eine gerechtere Verteilung der staatlichen Mittel ein.
  4. Netzwerke bilden: Schließt Euch mit anderen Eltern, Lehrern und Erziehern und weiteren Akteuren zusammen. Gemeinsam könnt Ihr mehr erreichen und Eure Anliegen mit größerer Kraft vertreten.

Gemeinsam für eine bessere Zukunft

Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass unsere Kinder die bestmöglichen Chancen erhalten. Der aktuelle sicherheitspolitische Konflikt, der die Bundesregierung zur verstärkten Waffenproduktion und -lieferung bewegt, stellt uns vor große Herausforderungen. Doch wir dürfen nicht zulassen, dass die Bedürfnisse unserer Kinder darunter leiden.

Die Sicherheit unseres Landes und die Unterstützung unserer Verbündeten sind wichtige Anliegen. Doch genauso wichtig ist es, in die Bildung und Freizeit unserer Kinder zu investieren. Denn sie sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Ein starkes Verteidigungssystem und eine robuste Bildungsinfrastruktur sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich gegenseitig. Beide sind essenziell, um eine sichere und prosperierende Zukunft zu gewährleisten.

Lasst uns die Prioritäten verschieben und gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Kinder in einer Welt aufwachsen, in der Bildung und Freizeit einen höheren Stellenwert haben als Waffen und Rüstung. Wir können die Prioritäten in unserer Gesellschaft verändern, wenn wir uns engagieren. Dabei ist jedes noch so kleine Engagement wichtig. Egal, ob Ihr eine Stunde im Monat investieren oder nur ein paar Cent investieren könnt. Es liegt an uns, die Zukunft unserer Kinder aktiv zu gestalten!

Eure Marie

Der Rechtsruck in der Europapolitik nach den Europawahlen 2024: Eine Bedrohung für die Zukunft unserer Kinder

Bild von Prawny

Stellt Euch folgende Szene vor: Ein Klassenzimmer im Jahr 2035. Der die Lehrer*in steht vor einer Gruppe von Kindern, die mit gesenkten Köpfen und verschlossenen Gesichtern dasitzen. An den Wänden hängen Poster, die nicht Vielfalt und Zusammenarbeit feiern, sondern nationale Überlegenheit und Abgrenzung propagieren. Diskussionen über andere Kulturen und fremde Sprachen sind tabu, kritisches Denken wird als gefährlich angesehen, und Bücher, die Toleranz und Offenheit lehren, wurden aus den Regalen verbannt.

Dieses Horrorszenario könnte Realität werden, wenn wir dem aktuellen Trend des Rechtsrucks in Europa nicht entschieden entgegentreten. Die Europawahlen 2024 haben gezeigt, dass rechtspopulistische Parteien in vielen Ländern zunehmend an Einfluss gewinnen. Diese Entwicklung hat weitreichende Implikationen für die Zukunft unserer Gesellschaft und insbesondere für die Kinder, die als nächste Generation die Welt gestalten werden. Als Erzieher*innen, Lehrer*innen und Eltern tragen wir die Verantwortung, diese Entwicklungen kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren, welche Auswirkungen sie auf unsere Kinder haben könnten.

Die Natur des Rechtspopulismus

Rechtspopulistische Parteien zeichnen sich oft durch eine Politik aus, die auf Nationalismus, Abschottung und eine Betonung von traditionellen Werten basiert. Diese Ideologien sind oft gepaart mit Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und einer Ablehnung von Vielfalt. Diese Haltung steht im direkten Gegensatz zu den Grundwerten einer demokratischen, offenen und inklusiven Gesellschaft, in der Vielfalt als Stärke und nicht als Bedrohung gesehen wird.

Auswirkungen auf die Bildung

Eine der offensichtlichsten Gefahren des Rechtsrucks ist die potenzielle Beeinflussung des Bildungssystems. Rechtspopulistische Agenden könnten versuchen, Lehrpläne und pädagogische Ansätze in eine Richtung zu lenken, die Vielfalt und kritisches Denken unterminiert. Statt einer Bildung, die auf Toleranz, Offenheit und internationaler Zusammenarbeit basiert, könnten Kinder eine engstirnige und ausgenzende Sicht der Welt vermittelt bekommen.

Psychosoziale Konsequenzen

Kinder, die in einer Atmosphäre von Intoleranz und Ausgrenzung aufwachsen, könnten Schwierigkeiten haben, Empathie und Mitgefühl zu entwickeln. Diese Fähigkeiten sind jedoch essentiell für das Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft. Eine ständige Betonung von “Wir gegen die” kann zu Angst, Misstrauen und sogar Hass führen. Dies könnte nicht nur das soziale Gefüge innerhalb von Klassen und Schulen, sondern auch das gesellschaftliche Miteinander langfristig negativ beeinflussen.

Bedrohung der demokratischen Werte

Rechtspopulismus stellt eine direkte Bedrohung für die demokratischen Werte dar, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Kinder sollten in einer Umgebung aufwachsen, die Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit hochhält. Wenn diese Werte durch populistische Rhetorik und Maßnahmen untergraben werden, laufen wir Gefahr, eine Generation heranwachsen zu lassen, die diese Prinzipien nicht wertschätzt oder gar versteht.

Die Rolle von Erziehern, Lehrern und Eltern

Als Erzieher*innen, Lehrer*innen und Eltern haben wir die Pflicht, unsere Kinder zu kritischen Denkern zu erziehen, die die Fähigkeit haben, politische Entwicklungen zu hinterfragen und ihre eigenen informierten Meinungen zu bilden. Es ist unsere Verantwortung, sie in einer Weise zu fördern, die sie widerstandsfähig gegen populistische Rhetorik macht. Dies kann durch die Förderung von interkulturellem Austausch, durch Bildung über die Geschichte und die Werte der Demokratie und durch das Vorleben von Toleranz und Offenheit geschehen.

Ein Appell für die Zukunft

Wir müssen uns bewusst sein, dass unsere Kinder die zukünftigen Gestalter der Gesellschaft und der Welt sind. Sie werden die Politiker*innen, Lehrer*innen, Ärzt*innen und Bürger*innen von morgen sein. Es liegt in unserer Hand, ihnen eine Welt zu hinterlassen, die auf den Werten der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit basiert. Der Kampf gegen den Rechtsruck ist nicht nur ein politischer, sondern vor allem ein gesellschaftlicher Auftrag, der bei der Erziehung und Bildung unserer Kinder beginnt.

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Kinder in einer Welt aufwachsen, die Vielfalt als Bereicherung sieht und die Werte der Demokratie hochhält. Nur so können wir sicherstellen, dass sie eine bessere Zukunft gestalten können, frei von den Schatten des Populismus und der Intoleranz. Gemeinsam können wir verhindern, dass das Horrorszenario von 2035 Wirklichkeit wird.

Eure Marie