Gedanken zur sozialen Achtsamkeit

Die Beiträge zur sozialen Achtsamkeit werden wohl die persönlichsten meiner ganzen Seite sein. Warum dies so ist, muss ich euch wohl genauer erklären.

Ich komme aus einer Familie aus der ehemaligen DDR, welche in als Kleinkind noch erlebt habe. Meine Familie war sehr kinderreich und Geld war auch nie groß vorhanden. Die Schulzeit war für mich sehr schwer, da ich ja keine Markenklamotten hatte und die mit den vielen Geschwistern war. Somit war ich ungewollt eine Außenseiterin. Natürlich ging dies nicht spurlos an mir vorbei. Meine Leistungen in der Schule waren nicht gerade rosig. Die Lehrer schliffen mich irgendwie durch, so dass ich wenigstens nie eine Klassenstufe wiederholen musste. Immerhin schaffte ich noch irgendwie die mittlere Reife.

Nach der Schule machte ich dann eine Ausbildung zur Erzieherin und ich stellte fest, dass mir das Lernen ziemlich leicht viel. Natürlich war auch der Wechsel von der Schule in die Ausbildung von Entscheidung. Ich machte einen Neuanfang und löste mich von meiner Unsicherheit, die mich meine gesamte Schullaufbahn begleitete. Ich fand in der Pädagogik meine Berufung und Leidenschaft. Mein Beruf wurde ein neues Stück meiner Identität. Ich gewann an Selbstbewusstsein und an einer noch nie vorhandenen Lebensfreude.

Ein paar Jahre nach meiner Ausbildung wollte ich es mir und vor allem allen anderen Menschen noch mehr beweisen. Ich habe Kindheitspädagogig und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung studiert. Laut Statistik gehöre ich in dieser Beziehung einer Minderheit an, da ich ja aus einer Familie komme, welche von Sozialleistungen abhängig war.

Warum ist es mir so wichtig, dies mit euch zu teilen? Schließlich geht es ja keinen etwas an…! Ich sehe es anders! Noch vor einigen Jahren war ich immer ziemlich neidisch auf alle Menschen, die eine ganz normale Kindheit und Schullaufbahn hatten. Jedoch habe ich mit der Zeit festgestellt, dass genau diese Erfahrungen wichtig für mich waren. Ich bin unglaublich dankbar und demütig für mein Leben und habe meinen Blick auf die soziale Situation um mich herum und die Welt viel mehr geschärft. Vielleicht kann ich auch ganz gut Perspektiven wechseln und mich in Menschen einfühlen. Erst war mein Anliegen, dass ich nach meinem Studium mehr Luxus haben möchte und mehr Geld verdienen will. Klar, ich will schon ein Dach über dem Kopf haben und auch mal in den Urlaub fahren können. Aber ich habe verstanden, dass es viel wichtiger ist, meiner Berufung zu folgen. Wenn wir Kinder prägen und begleiten wollen, ist es wichtig, dass wir unsere Identität nicht leugnen. Wir sind einzigartig, sowie jeder Mensch auf diesem Planeten. Ich wurde als Kind diskriminiert, weil ich wenig Geld und so viele Geschwister hatte. Meine Geschichte hat mich geprägt. Wenn ich sehe, dass andere Menschen aufgrund ihrer Herkunft ausgegrenzt werden, versuche ich dagegen zu steuern. Dabei ist mir egal, ob es sich um Rassismus handelt oder die Gründe für Ausgrenzung einen anderen Ursprung haben.

Kinder als Gestalter unserer Zukunft

Kinder gestalten Zukunft! Ist doch selbstverständlich und einfach, oder?

Zu erst einmal sage ich JA, es ist wohl die normalste Sache der Welt, dass die zukünftige Generation einen erheblichen Einfluss darauf hat, wie sich unsere Welt entwickelt. Aber ist es so einfach? In diesem Fall kommt von mir ein klares NEIN!

Sicher seit ihr schon einmal mit dem Begriff „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in Kontakt gekommen. Habt ihr euch dabei auch gefragt, was damit genau gemeint ist? Nehmen wir einfach mal den Begriff Bildung. Hier müssten wir normalerweise erst einmal klären, was Bildung eigentlich ist, bzw. wie diese funktioniert. Wenn ich darüber nachdenke, habe ich dafür keine klare Antwort. Ich bin fest davon überzeugt, dass es nicht „die Bildung“ gibt. Für mich ist die Frage viel wichtiger, wie sich Kinder Kompetenzen und Fähigkeiten aneignen und wie wir sie als PädagogInnen dabei unterstützen können. In diesem Gedanken sollten wir immer in Hinterkopf haben, dass es kein Rezept für Bildung gibt. Wir können bei dem einen Kind nicht die gleichen Zutaten nutzen, wie bei einem anderen Kind.

Und was ist mit der nachhaltigen Entwicklung gemeint? Ich kann Nachhaltigkeit im positiven, sowie im negativen Sinne auslegen: Die Wälder können nachhaltig weiter konsequent abgeholzt werden und die Menschen können sich nachhaltig weiter bekriegen. Jedoch ist etwas anderes gemeint, wenn wir in unserem Kontext über Bildung für nachhaltige Entwicklung sprechen. Nehmen wir es genauer, bietet Bildung für nachhaltige Entwicklung in erster Linie verschiedene Impulse dafür, wie wir andere Menschen dazu befähigen, verantwortungsvoll mit Leben und Ressourcen umgehen. Ein Gespür dafür, dass all unser Handeln eine Auswirkung auf unser Leben, und dies unserer Umgebung und vor allem die nächsten Generationen hat. Bildung für nachhaltige Entwicklung soll ein vernetztes Denken hervorbringen, indem wir verstehen, dass jedes kleine Detail mit etwas verbunden ist. Wir können die ökologische Bewusstheit nicht davon trennen, dass diese Einfluss auf das soziale und kulturelle Miteinander haben. Nicht zu vergessen auch die ökonomische Dimension, welche verantwortungsvoll transformiert werden muss, indem alle Dimensionen der Nachhaltigkeit berücksichtigt werden.

Der Weg, wie wir Kinder befähigen unsere Welt zu gestalten ist immer individuell und vielfältig . Es braucht Liebe, Vorbilder, Inspiration, Wissen und unendlich mehr.

Ich lade Euch dazu ein, sich mit mir auf den Weg zu begeben. Lasst uns noch mehr zu Begleitern der Kinder werden, indem wir sie dabei unterstützen, ihre Kompetenzen und Fähigkeiten zur Gestaltung von Welt auszubauen.